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Pornos und Impotenz

Es gibt nicht wenige Männer, die von sich behaupten, dass sie süchtig nach Pornos seien. Einer davon ist Alexander Rhodes, der im Jahre 2011 die sogenannte „NoFap„-Bewegung gegründet hat. Er selbst ist davon überzeugt, dass Pornos süchtig machen können – schließlich masturbierte er zu Bestzeiten bis zu sechsmal am Tag zu den schmuddeligen Sexfilmen.

Doch was bedeutet „NoFap„? Ganz einfach: Der Verzicht auf Pornos und Masturbation. Das Ziel ist dabei, zu einer gesünderen Sexualität zurückzukehren und Probleme mit Erektionsstörungen ein für alle Mal aus seinem Leben zu verbannen.

Viele „NoFap„-Anhänger sind nämlich davon überzeugt, dass ein übertriebener Pornokonsum zu Impotenz im realen Leben führen kann. Doch nicht nur das: Im Gesamtbild schaden Pornos der eigenen Gesundheit, den zwischenmenschlichen Kontakten, der Arbeit, dem Partner und der Psyche.

Pornos im Wandel der Zeit

Es ist noch gar nicht so lange her, da masturbierte die Männerschaft noch auf gekaufte Zeitschriften, die viele nackte Frauen enthielten, auf den neuesten Otto-Katalog, in dem die neueste Unterwäsche für Frauen präsentiert wurde, oder einfach mit Hilfe der eigenen Gedankenkraft.

Erst seit es das Internet und vor allem Breitbandanschlüsse gibt, hat der Pornokonsum von Männern – aber auch von Frauen – ungeahnte Ausmaße angenommen. Schließlich kann nun konsumiert werden, ganz gleich wo man sich befindet. Tablets und Smartphones mit Flatrate-Verträgen sorgen mittlerweile sogar dafür, dass man seinen Gelüsten unterwegs frönen kann.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Deutschen schauen im weltweiten Vergleich mit am meisten Pornos im Internet. Jede zehnte aufgerufene Website ist eine Pornoseite und 60% aller Männer sehen sich mindestens einmal in der Woche entsprechende Filme an – tendenziell sogar eher täglich. Bei den Frauen sind es übrigens immerhin 10%.

Über die „NoFap„-Bewegung

Die „NoFap„-Bewegung hat ihren Ausgangspunkt im Internet genommen – wo auch sonst?  „Fap“ kommt dabei aus dem Englischen und ist ein umgangssprachliches Pendant zu „masturbieren„.

Wie bereits erwähnt, ist der Gründer Alexander Rhodes. Er hat nach vielen Jahren der exzessiven Masturbation erkannt, dass der Pornokonsum sein Verhältnis zu realen Frauen kaputtmacht. Doch nicht nur die sozialen Kontakte leiden unter Pornos, sondern auch die Potenz beim tatsächlichen Geschlechtsverkehr, die Psyche und die Gesundheit.

In den sozialen Medien suchte Rhodes nach Gleichgesinnten, die dasselbe Problem haben – mit Erfolg. Mittlerweile zählt die Community über 150.000 Mitglieder, wobei die Männerquote dabei 97% beträgt. Die Community dient dem gegenseitigen Austausch und soll dabei helfen, bei der Abstinenz am Ball zu bleiben. Hier verhält es sich ähnlich wie bei Selbsthilfegruppen von ehemaligen Rauchern oder Alkoholikern. Man gibt sich gegenseitig Tipps wie man am besten stark bleibt und auch weiterhin auf Pornos und Masturbation verzichtet.

Die wichtigsten Prinzipien der Bewegung

Es gibt drei wichtige Säulen, auf denen die „NoFap„-Bewegung basiert:

PMO

Die Abkürzung PMO steht für Porno, Masturbation und Orgasmus.  Auf diese drei Tätigkeiten sollte man verzichten, wenn man sein Gehirn in den Ursprungszustand zurückversetzen und die Schäden des Pornokonsums rückgängig machen möchte.

Hard Mode

Der Hard Mode beschreibt den Verzicht auf die drei erwähnten Tätigkeiten. Nur auf diese Weise erreicht man laut der Bewegung seine Ziele. Seltsam ist dabei, dass sogar realer Sex mit einer Frau als Sünde gilt, auf die man verzichten sollte.

Reboot

Nach dem Reboot wurde das Gehirn wieder in den Werkszustand zurückversetzt. Die Gedanken an Pornos sollen aus dem Gehirn verbannt worden sein und man ist wieder bereit für reale Kontakte und Liebschaften. Ein Reboot ist laut „NoFap“ nach ungefähr 90 Tagen erreicht. Der Zeitraum kann je nach Person natürlich variieren.

Führt exzessive Masturbation wirklich zu Schädigungen?

Grundsätzlich hören sich die Gedanken der „NoFap„-Bewegung recht vernünftig und einleuchtend an. Doch gibt es dafür tatsächlich einen wissenschaftlichen Hintergrund, der die Theorien untermauert? Schließlich bereitet die Masturbation Jugendliche auf das spätere Sexualleben vor. Sie sorgt dafür, dass man sich und seine Körperfunktionen besser kennenlernt, bevor man ins kalte Wasser geschmissen wird.

Offiziell gibt es so etwas wie eine Pornosucht nicht. Es gibt jedoch Suchtforscher, die bereits mit Patienten zu tun hatten, die aufgrund ihres Masturbationsverhaltens Probleme in Partnerschaften und auf der Arbeit bekommen haben.

Des Weiteren klingt es durchaus logisch, dass man im Bett Erektionsstörungen bekommt, wenn das Gehirn lediglich auf sexuelle Situationen konditioniert ist, die es im realen Leben nun einmal normalerweise nicht gibt. Das Gehirn gewöhnt sich an diese Bilder und gibt sich mit normalem Sex nicht mehr zufrieden. Es können also tatsächlich Erektionsstörungen entstehen.

Unsere Meinung zu diesem Thema

Wir finden, dass man die Erkenntnisse der „NoFap„-Community gar nicht wissenschaftlich untermauern muss. Wenn die Abstinenz einem persönlich weiterhilft – sei es auch nur als Placebo-Effekt – dann ergibt der Verzicht durchaus Sinn.

Wir denken, dass sich vor allem exzessive Selbstbefriediger die Frage stellen sollten, ob sie das eigene Verhalten als gesund für die Psyche empfinden.

Wer mit seiner Situation unzufrieden ist, der sollte versuchen, etwas daran zu ändern. Wer allerdings in gesundem Maße masturbiert und keine Nachteile daraus zieht, der sollte – unserer Meinung nach – einfach weitermachen wie zuvor und sich nicht beirren lassen.